Thomas Latus – UI.UX-Experte & Webdesigner

Was macht man als Digital Producer?

Früher selbst Schüler an der HTK – heute Dozent. Thomas kennt beide Seiten und gibt uns einen Einblick in seine Arbeit.

HTK: Guten Tag Thomas, was gab’s heute morgen bei dir zum Frühstück?

Thomas: Käffchen. Schnittchen. YouTubechen.

HTK: Du kennst die HTK ja nun von beiden Seiten, als Schüler und als Dozent – welche Seite ist besser?

Thomas: Schwierig… Als Schüler war die eigene Entwicklungskurve ziemlich cool. Als Dozent freue ich mich, wenn sich diese Entwicklungskurve bei meinem Schülern abzeichnet. Unentschieden.

HTK: Erzähle mal – der Weg vom ersten Semester an der HTK bis zum erfolgreichen Agenturbesitzer…

Thomas: Ich versuche, mich kurz zu fassen…
2007: Erste HTK-Gehversuche. Illustration habe ich wahrgenommen. Creative Suite wurde mein neues Zuhause. Typo war stets mein Sidekick. Flash hat mich geflasht.
2008: Zwischenprüfung gerade so überlebt. Nach dem dritten Semester für ein Praktikum in einer kleinen Werbeagentur genötigt worden.
2009: Nach dem Praktikum neben der HTK bei der Werbeagentur weiter geackert, was mich nicht zum Lieblingsschüler machte, mich aber immerhin fachlich voranbrachte.
2010: Neben dem Abschlusssemester in einer Online Agentur gearbeitet und erste Berührungspunkte mit Touch-Devices gemacht. Rechtzeitig zum Release des ersten iPads als Abschlussarbeit ein iPad-Magazin konzipiert, visualisiert, animiert und  gerade noch so präsentiert. Nach dem HTK-Abschluss selbstständig im Bereich UI Design.
2011: UI Design der Cinemaxx App. Web-Design für diverse Digitalagenturen (Kunden: Cinemaxx, World Vision, Olympus, Regiondo, Siemens)
2012: Interaction Design mytaxi → Apple Store App des Jahres 2012. In dem Zuge durfte ich auch das aktuelle Logo inkl. Corporate Design (Print/Digital) entwickeln.
2013: Agenturvorstufe – kein Einzelkämpfer mehr. Für die Finanz Informatik leite ich bis heute ein Team aus freien Mitarbeitern (z.T. ehemalige HTKler). Wir konzipieren und gestalten Beratungs- und Service-Prozesse für den Sparkassen-Endanwender von morgen. Im selben Jahr das erste mal mit wackeligen Knien vor einem HTK-Semester gestottert.
2014: Testausflug mit Wiederkehr zum Mobilisierungsmarkt. Dieses mal nicht mytaxi, sondern WunderCar (heute Wunder). Trotz Disruptionspotential und entsprechend leidenschaftlichem Einsatz eines kompetenten Teams (international) wurde die hippe Startup-Idee leider nicht in Deutschland angenommen.
2015-2016: Ich beherberge ein stetig anwachsendes, modulares Freelancer Netzwerk. Interaction/Corporate/Motion Design für diverse Startups und Firmen (u.A. OVY, MyLittleJob, PeerAce, Engel & Völkers, Edeka).
2017: Der Firmenname “modulr.design” ist geboren. Gefolgt sind 37 Milliarden Logo-Iterationen (bis heute nicht final – genauso wenig, wie die Webiste, mit entsprechender Positionierung und Case-Aufbereitung). Reduktion von Auftragsarbeit, dafür mehr Nebenprojekte.
2018: Erster festangestellter Mitarbeiter (Web & App Entwicklung). Fokus auf eigene oder gemeinnützige Projekte (Kartenspiel-App-Serie, Medikations-App, Polizei-Berichterstellungs-Webapp, Feelgood-Achtsamkeits-App, Unterstützung Familie/Freunde/Netzwerk).
2019: Weltherrschaft.

HTK: Wie war es beim ersten Mal mit einem „realen Kunden“ zu arbeiten?

Thomas: Anstrengend. Furchtbar anstrengend! Warum wollen die denn nicht, was ich will? Immerhin bin ich doch der “Experte”. Ich weiß doch wohl alles viel besser… oder… etwa nicht? (Viel gelernt seither )

HTK: Hast du noch Kontakt zu deinen Mitschülern von damals?

Thomas: Klar! Ich habe damals einige persönlich sehr wertvolle Bekanntschaften gemacht. Einige sehe ich leider seltener – weil andere Stadt. Andere sehe ich relativ regelmäßig. Einen sehe ich jede Woche – der war zuletzt sogar mein Trauzeuge. Achja… und meine Frau.

HTK: Vervollständige: „Wenn Adobe Flash…“

Thomas: …nicht wäre, hätte ich niemals gelernt, akribisch an einem scheinbar unlösbaren Problem zu arbeiten. (Vielleicht trägt auch der damalige Dozent eine Mitschuld.)

HTK: Nenne drei Dinge auf die du nicht verzichten kannst!

Thomas: Käffchen. Schnittchen. YouTubechen.

2018-04-20T22:12:56+00:00